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Wissenswertes zu Spektive

Was sind Spektive?

Bei Biathlon-Wettkämpfen sind sie regelmässig zu sehen: Spektive. In Reih und Glied auf Stativen montiert, beobachten mit ihnen die Schiesstrainer der jeweiligen Athleten deren Zielscheiben. Da Spektive auch bei schlechten Sichtverhältnissen ein klares Trefferbild liefern, lassen sich dem Schützen eventuelle Korrekturen für die Justierung des Visiers übermitteln.

Gebraucht werden Spektive allerdings viel häufiger in eher menschenleeren Umgebungen. In Wäldern ebenso wie an Flüssen, Seen, in den Bergen oder am Meer. Spektive gehören quasi zur Standardausrüstung begeisterter Wildtierfreunde, die sie nutzen, um scheues Wild oder seltene Vögel im Detail zu beobachten.

Bleibt natürlich die Frage: Warum sind Spektive für die Tierbeobachtung besser geeignet als normale Ferngläser?

Spektive vs. Ferngläser

Auf den ersten Blick scheinen monokulare Spektive binokularen Ferngläsern gegenüber im Nachteil zu sein. Schliesslich ist es viel komfortabler, mit beiden Augen in die Ferne zu sehen statt nur mit einem. Für den Einsatz von Spektiven sprechen allerdings folgende Gründe:

Vergrösserungsfaktor

Typische Ferngläser und Feldstecher – von Operngläsern abgesehen – verfügen über einen Vergrösserungsfaktor von 6 bis 10. Modelle mit noch grösserem Faktor sind in der Praxis eher ungeeignet, da mit zunehmender Vergrösserung das Bild, bedingt durch das nicht vermeidbare Zittern der Hände, sehr stark wackelt. Abhilfe schafft nur ein (teurer) eingebauter optischer Bildstabilisator oder ein Stativ. Für letzteres muss das Fernglas allerdings mit einer Befestigungsschelle ausgerüstet sein.

Spektive werden dagegen nahezu ausschliesslich mit Stativen genutzt, entsprechend gross ist die Varianz der Vergrösserungsfaktoren. Sie reicht von 6- bis 100-fach, die meistgenutzten Vergrösserungsfaktoren liegen zwischen 20 und 60.

Der Faktor Lichtstärke

Die spektakulärsten Tierbeobachtungen gelingen erfahrungsgemäss in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden, oft auch erst in der Dunkelheit der Nacht. Die Lichtstärke des Glases ist somit von entscheidender Bedeutung. Ganz wesentlich ist dabei der Durchmesser der Objektivlinse, Fachleute sprechen hier von der Apertur. Als Faustregel gilt: Je grösser die Apertur, desto mehr Licht dringt ins Auge.

Ferngläser besitzen in der Regel Objektive mit 25 bis 60 Millimetern Durchmesser, Objektive von Spektiven hingegen haben einen Durchmesser von 50 Millimetern, die lichtstärksten warten sogar mit 100 Millimetern auf. Demzufolge sind mit Spektiven auch bei schlechten Lichtverhältnissen klarere Beobachtungen möglich.

Einblickwinkel

Ferngläser sind in erster Linie für den „Handbetrieb“ konstruiert, also fürs Greifen mit beiden Händen und das Heben auf Augenhöhe. Montiert auf einem Stativ ergeben sich Schwierigkeiten: Der mittlere Auszug des Stativs oder dessen Beine müssen lang genug sein, um aufrecht stehend durch das Gerät schauen zu können. Anderenfalls sollte eine Sitzgelegenheit vorhanden sein. Das Hinhocken oder Knien geht auf Dauer sehr zu Lasten des menschlichen Bewegungsapparats.

Genau aus diesem Grund verfügen Spektive meist über Okulare mit 45-Grad-Abwinkelung. Hier reicht es, das Stativ etwa bis Schulterhöhe auszuziehen, um dennoch bequem und ohne grosse 

Darauf sollten Sie beim Kauf eines Spektivs achten

Entscheidend für die Anschaffung eines Spektivs sind nicht zwingend dessen technische Unterschiede zu einem Fernglas. Auch der Kaufpreis sollte nicht in erster Linie ein Kaufkriterium sein. Wichtiger sind vielmehr folgende Überlegungen:

Ich bin Anfänger

Wer nur hin und wieder – etwa beim Spaziergang im Wald – Rehe oder Wildschweine beobachten will, für den eignet sich durchaus ein Spektiv der unteren Preisklasse. Generell sind auch hier die Verarbeitung und die Abbildungsqualität sehr gut. Sofern das Glas nicht starken mechanischen Belastungen oder schlechten Witterungsbedingungen ausgesetzt wird, bereitet es viele Jahre lang Freude. Anfänger in der Tierbeobachtung sollten vielmehr das Gewicht und das Packmass eines Spektivs priorisieren.

Ich bin Amateur

Ist die Begeisterung für die Tierbeobachtung ausgeprägt, kommen Spektive der mittleren Preisklasse in Betracht. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zu den Modellen bis etwa 100 Euro: Sie sind häufig wasserdicht und werden oft mit einer passenden Schutzhülle mit separaten Öffnungen für Okular, Objektivlinse, Fokustrieb und Stativanschluss geliefert. Selbst starker Regen kann diesen Spektiven nichts anhaben.

Ich bin (Semi-)Profi

Wer für alle Eventualitäten gewappnet sein will und zudem hohe Ansprüche an Bedienungskomfort und Bildqualität hat, entscheidet sich für ein Spektiv ab etwa 300 Euro. Die Apertur liegt in dieser Klasse oft im Maximalbereich von 80 bis 100 Millimetern, das Bild ist somit auch in der Dämmerung noch relativ hell. Zudem sind diese Spektive meist wasserdicht, besitzen eine Schutzhülle, enthalten mehrfach vergütete Linsen und bieten teilweise sogar Okulare für Brillenträger.

FAQ – häufig gestellte Fragen zu Spektiven

Warum sind Spektive für die Tierbeobachtung besser geeignet als Fernrohre?

Wenn das Fernrohr über einen Stativanschluss verfügt, lässt es sich natürlich zur „wackelfreien“ Beobachtung nutzen. Nachteile sind allerdings der gegenüber Spektiven geringere Vergrösserungsfaktor von 20 oder 25 und der niedrige Objektivdurchmesser von 30 oder 50 Millimetern.

Was bedeutet „ED-Glas“ in der technischen Beschreibung?

Das Kürzel „ED“ steht für „extra-low dispersion“, Spektive mit ED-Linsen zeigen gegenüber konventionell vergüteten Linsen noch geringere Farbsäume. Dispersion (Zerstreuung) entsteht immer dann, wenn Licht in einer Linse oder einem Prisma unterschiedlich stark gebrochen wird.

Welche Stative sind für Spektive besonders gut geeignet?

Theoretisch lässt sich auf jedem Stativ mit Normgewinde ein Spektiv montieren. Für den Einsatz im Freien sollte das Material des Stativs allerdings leicht und zugleich witterungsbeständig sowie stabil sein. Stative aus Aluminium oder Carbon sind somit am besten geeignet. Sehr wichtig ist ein 2-Wege-Neiger, mit dem sich das Spektiv leicht horizontal und vertikal schwenken lässt. Alternativ zu klassischen Dreibein-Stativen lässt sich – zumindest bei kurzen Beobachtungsphasen – auch ein Einbein-Stativ verwenden. Der Neiger ist hier nicht zwingend erforderlich, zudem ist das Einbein-Stativ leicht und klein.

Fazit: Für längerfristige Beobachtungen auf grosse Entfernungen sind Spektive eine gute Wahl

Tierbeobachtungen mit Spektiven sind ein faszinierendes Hobby. Während Ferngläser zwar sehr leicht mitzunehmen und einzusetzen sind, ermöglichen Spektive einen Blick auf die Welt im absoluten Nahbereich. Dafür erfordern sie einen grösseren Transportaufwand. In unserem Shop finden Sie genau die Spektive, die für Ihre Zwecke ideal geeignet sind.

Praxistipp

Wer sich hinsichtlich des Vergrösserungsfaktors eines Spektivs nicht festlegen will, sollte ein System mit Zoom-Optik wählen. Die Vergrösserungsbereiche sind hier ausgesprochen variabel und umfassen in der Regel das Dreifache der kleinsten Einstellung, beispielsweise 20 bis 60.

  

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