Wissenswertes zu IP-Kameras

Wie funktioniert eine IP-Kamera?

Wie bei allen Kameras ist es auch bei IP-Kameras die Hauptfunktion, Bilder eines bestimmten Überwachungsbereichs aufzuzeichnen. Netzwerkkameras speichern ihre Videoaufnahmen darüber hinaus nicht nur lokal im Gerät, sondern können in ein Netzwerk mit anderen Geräten zur Speicherung und Weitergabe der Aufzeichnungen eingebunden werden. Die Weitergabe funktioniert entweder über Kabel oder WLAN, meist an einen zentralen Rechner oder in ein Cloud-System des Kameraherstellers. Von dort aus können die Videos in Echtzeit oder nachträglich eingesehen werden.
 

  • Anzeige der Videos in Echtzeit: Hier liegt der Hauptvorteil von IP-Kameras. Wenn Sie schon während eines relevanten Ereignisses die Live-Videos verfolgen, können Sie gegebenenfalls rechtzeitig die Polizei informieren, dass Einbrecher sich gerade vor Ort zu schaffen machen. In einem anderen Beispiel könnten Sie Ihren Angehörigen und Angestellten Bescheid geben, dass momentan eine Warenlieferung im Aussenbereich darauf wartet, nach drinnen geholt zu werden. Oder Sie könnten Ihren Nachbarn kontaktieren, wenn Sie sehen, dass gerade Ihr Hund oder andere Nutztiere wegzulaufen drohen.

  • Nachträgliche Auswertung von Videos: Das ist auch bei einfachen Kameras möglich, allerdings war es dafür früher notwendig, vor Ort das Videoband aus der Kamera zu nehmen und auf einem anderen Gerät abzuspielen. Bei IP-Kameras stehen durch die Einbindung in grössere Computerperipherien externe Speicherorte als wesentlich grössere Speicher für Videoaufnahmen zur Verfügung. Dadurch ist die Bereitstellung von Videomaterial mit hoher Bildqualität heutzutage kein Problem mehr und die Zeiten, wo Übeltäter aufgrund schlechter Kameraauflösung nicht identifiziert werden konnten, gehören schon bald der Vergangenheit an. High definition (HD) und high definition video (HDV) sind mittlerweile Standard in der Überwachungstechnik.

IP-Kamera mit Aufzeichnung und Speicherung des Videos auf Speicherkarte

Unser Praxistipp: Schutz der Aufnahmen

Wichtig ist, dass Videoaufnahmen so abgespeichert werden, dass Sie vor unbefugtem Zugriff geschützt sind. Sichern Sie Ihr WLAN, damit die Aufnahmen während der Funkübertragung nicht gekapert werden können. Ändern Sie Standard-Passwörter der Hersteller möglichst schon bei der ersten Inbetriebnahme Ihrer WLAN-IP-Kamera. Fertigen Sie bei höheren Sicherheitsanforderungen mehrere Kopien von lokalen Speichern an, falls einer der Speicher bei einem Einbruch von den Tätern mitgenommen oder zerstört wird.

Welche IP-Kameatypen gibt es?

Für Überwachungskameras gibt es verschiedene Bauarten:

Box-Kamera

IP-Boxkamera für den Innenbereich mit einer Auflösung von 2 MP

Box-Kameras sind quaderförmige Kastenkameras. Sie sind meist für den Innenbereich ausgelegt.

Bullet-Kamera

IR-Stiftnetzwerkkamera optimal für ganzjährige Überwachungen

Bullet-Kameras sind weit verbreitet, was an ihrem guten Preisleistungsverhältnis und dem integrierten Schutzdach für die Kameratechnik liegt, wodurch sie gut für den Ausseneinsatz geeignet sind.

Schwenk- und Neigekamera

Dreh- und schwenkbare IP-Kamera mit präziser Fernsteuerung

Schwenkkameras sind praktisch, denn ihr Kopf ist schwenkbar und kann dadurch einen grösseren Bereich überwachen. Sie besitzen meist einen runden Kugelkopf, in den eine kleine Kamera eingelassen ist.

Kompakt-Kamera

Kompakte Kamera mit Bewegungsmelder und hellem Flutlicht

Kleine Kompaktkameras sind nicht so auffällig wie grössere Kameras und werden von Einbrechern und Dieben häufiger übersehen. Während andere Kameratypen auf die Abschreckung durch Sichtbarkeit der Überwachungstechnik setzen, sollen Mini-Kameras von Einbrechern und Ladendieben nicht entdeckt werden und unauffällig die Geschehnisse dokumentieren.

Dome-Kamera

Dome-Kamera mit manuell in 90° ausrichtbarem Objektiv

Bei einer Dome-Kamera ist die Kamera in eine halbrunde, getönte Kuppel eingelassen, die an der Raumdecke befestigt wird. Dank dem getönten Kameraschutz kann man nicht genau ausmachen, in welche Richtung die Kamera zeigt. Dome-Kameras sind besonders effektiv gegen Vandalismus und Manipulation in Innenräumen.

So wählen Sie eine passende IP-Kamera aus

Der Einsatzzweck entscheidet massgeblich darüber, welcher Kameratyp für Sie der richtige ist. So sind zum Beispiel nicht alle Überwachungskameras für den Ausseneinsatz geeignet. Wer mit seiner Kamera einen grossen Radius abdecken möchte, sollte darauf achten, dass es sich um eine schwenkbare Variante handelt.

Beim Kauf einer Netzwerkkamera sollten Sie dabei insbesondere Einsatzort und Blickwinkel, Bildqualität, Übertragungsart und Speicherort der Geräte berücksichtigen.

Einsatzort und Blickwinkel

In unserem Shop finden Sie Aufzeichnungssysteme für den Aussen- und Innenbereich. Outdoor-Kameras sind wind- und wasserfest. Indoor-Kameras generieren scharfe Aufnahmen in geschlossenen Räumen. Häufig haben Aussenkameras bessere Bildoptimierungsfunktionen, da sie wetterbedingt schlechte Sichtverhältnisse automatisch kompensieren sollen.

Der Blickwinkel einer IP-Cam definiert den Bereich, den sie filmen kann. Grosse Blickwinkel geben viel Übersicht. Insbesondere Dome-Kameras zur Deckenmontage im Innenbereich haben oft Rundum-Sicht auf alles, was unter ihnen geschieht. Für die Überwachung kleinerer Bereiche wie Eingangstüren oder in Gängen reicht ein kleines Sichtfeld wie das einer Box- oder Bullet-Kamera.

Schwenk- und Zoomfunktionen erweitern den Bildbereich. Allerdings nur, wenn jemand in Echtzeit die Bilder mitverfolgt und die Kamera steuert, wie es oft bei Kaufhausdetektiven der Fall ist. Technische Lösungen zur Videoanalyse mit Bewegungserkennung sind hier die Zukunft, heutzutage wird dem Problem des zu kleinen Blickwinkels vor allem im privaten Bereich meist durch einen Verbund von mehreren Kameras abgeholfen.

Wollen Sie mehrere Kameras zu einem komplexen Überwachungssystem zusammenfügen, achten Sie am besten von vorn herein darauf, dass die Geräte softwaretechnisch miteinander kompatibel sind. Wenn Sie die spätere Erweiterung Ihres IP-Netz zur Videoüberwachung planen, legen Sie sich schon im ersten Schritt auf einen Hersteller oder zumindest ein Betriebssystem fest, um sich viel Zeit und Nerven bei der Einrichtung von weiteren WLAN-Überwachungskameras zu sparen. Überwachungskamera-Sets finden Sie übrigens auch bei uns!

Kamera mit Fisheye-Objektiv für eine Rundumsicht von 2 x 180°

Übertragungsart

Die meisten Kameras zur Videoüberwachung verfügen über ein LAN-Kabel. Darüber werden sie mit dem Computernetzwerk verbunden. Der Server oder der übertragende Rechner sollte nicht irgendwo, sondern in der Nähe der WLAN Kamera stehen; das Kabel für die physische Verbindung muss ausreichend lang sein.

Praktisch sind WLAN-fähige Überwachungskameras. Diese können über eine drahtlose WLAN-Verbindung arbeiten, wodurch Sie die Kamera auch problemlos immer mal wieder an einen anderen Standort verrücken können. WLAN-fähige Netzwerkkameras sind in der Regel auch App-fähig. So haben Sie mit Ihrem Tablet oder Smartphone Fernzugriff auf das Videobild Ihrer Überwachungskamera.

Bildqualität

Je höher die Auflösung einer Überwachungskamera ist, desto schärfer ist das aufgezeichnete Bild. Insbesondere wenn die Netzwerkkamera dazu dienen soll, Einbrecher oder Diebe sicher zu identifizieren, sollte sie eine hohe Auflösung wählen. Hierfür lohnt sich der Kauf einer HD-Kamera mit mindestens 1080 Pixeln. In unserem Onlineshop finden Sie Netzwerkkameras mit verschiedenen Auflösungen bis 4512 x 1728 Pixel.

Eine weitere nützliche Funktion ist die Nachtsicht. In der Nacht oder bei schlechten Lichtverhältnissen, wenn Einbrecher besonders aktiv sind, überzeugen Nachtsicht-Kameras durch brillante Bildqualität. Eine andere Variante ist es, über einen Bewegungsmelder bei Auffälligkeiten den Überwachungsbereich ausleuchten zu lassen, allerdings wird dann die Kamera auch schneller entdeckt.

Bullet-Kamera mit Full HD-Auflösung für gestochen scharfe Bilder

Speichervolumen

Damit Sie mit Ihrer Netzwerkkamera Videos aufzeichnen können, benötigen Sie eine Speicherkarte als Zwischenspeicher, bevor die aufgenommenen Daten an andere Geräte weitergeleitet werden. Je nach Gerätetyp kommen unterschiedliche Speicherkarten-Typen zum Einsatz, zum Beispiel microSD- oder SD-Karten.

Je grösser das Speichervolumen, desto mehr Videos können aufgezeichnet werden, ohne die Speicherkarte zu wechseln, zu leeren oder alte Aufnahmen zu überschreiben. Allerdings wird bei IP-Kameras meist nicht lokal, sondern im Netzwerk auf einem externen Rechner, einer angeschlossenen Festplatte oder in einer Cloud gespeichert, wodurch wesentlich mehr Volumen als beim gerätinternen Kamera-Speicher verfügbar ist.

Der Speicherkartentyp ist bei IP-Kameras kein ausschlaggebendes Kaufkriterium mehr. Die Grösse der integrierten Speicherkarte ist nur dann entscheidend, wenn Sie die Kamera ohne Netzwerkanbindung nur mit dem lokalen Speicher betreiben wollen.

Cloud-Lösungen zur Speicherung von Überwachungsvideos haben Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist die auch für Laien einfache Einrichtung und Benutzeroberfläche, ausserdem der leichte Fernzugriff über Smartphone-Apps und Tablets mit gleichem Betriebssystem. Nachteilig ist meist die Festlegung auf einen Anbieter, weil solche Geräte bewusst inkompatibel zu anderen Betriebssystemen gestaltet werden. Ausserdem gibt es eine wachsende Anzahl von Überwachungskamera-Betreibern, die Ihre Daten lieber auf einem eigenen Server sicher liegen haben wollen als irgendwo im Internet.

FAQ - häufig gestellte Fragen zu IP-Kameras

Was kann eine Netzwerkkamera im Vergleich zu einer herkömmlichen Überwachungs-Kamera?

Das praktische an einer Netzwerkkamera ist, dass Sie von vielen verschiedenen Endgeräten darauf zugreifen können. So können Sie zum Beispiel getrost in den Urlaub fahren und trotzdem immer mal wieder über das Tablet nachschauen, ob zu Hause alles in Ordnung ist. Bei höherwertigen Kameras kann man viele Sonderfunktionen nutzen. Richten Sie sich zum Beispiel einen Bewegungsmelder ein und lassen Sie sich bei jeder Bewegung einen Push-Alarm als Email mit einem Bild des aufgezeichneten Kamerabildes auf Ihr Handy senden.

Was unterscheidet eine Netzwerkkamera von einer Webcam?

Die Webcam kann als Vorläufer der Netzwerkkamera bezeichnet werden. Webcams benötigen eine direkte Verknüpfung mit dem PC, um ein Videobild aufzuzeichnen. Netzwerkkameras müssen dagegen nicht an oder in einen Computer integriert sein. Hier reicht eine Verbindung über LAN-Kabel oder ein Funknetzwerk zum Server oder in die Cloud. Das erzeugte Bild kann auf mehreren Computern eingesehen werden, sofern eine entsprechende Verbindung über WLAN oder Ethernet besteht. Die Webcam dagegen kann immer nur die Station ansprechen, mit der sie gerade verbunden ist. IP-Überwachungskameras sind demnach eine Weiterentwicklung der normalen Webcam.

Welche Auflösung ist für Videos einer Überwachungskamera empfehlenswert?

Wie hochauflösend eine Kamera sein sollte, ist davon abhängig für welche Zwecke Sie sie einsetzen möchten. Wer die Kamera für scharfe Videoaufnahmen zur Identifizierung von Personen benötigt, sollte unbedingt zu einem HD-Modell greifen. High-Definition-Auflösung beginnt bei mindestens 1080 Pixeln und ist verursacht mithilfe der IP-Technik durch externe Speichermedien heute kein Speicherplatz-Problem mehr.

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