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Wissenswertes zu Erdungsmesser

Die Erdung elektrischer Gebäudeinstallationen und elektrischer Anlagen stellt einen essenziellen Beitrag zur Sicherheit dar. Indem Blitzeinschläge und Fehlerströme in das Erdreich abgeführt werden, wird schwerwiegenden Unfällen vorgebeugt. Erdungsmessgeräte dienen dazu, Erdungsanlagen nach der Installation auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Wie das funktioniert, erfahren Sie in unserem Ratgeber.


Was bedeutet eigentlich Erdung?

Die Erdung ist ein fester Bestandteil der elektrischen Gebäudeinstallation und verhindert effektiv das Auftreten von Stromschlägen.
Um diesen Schutz zu erreichen, werden alle Elektrogeräte mit einem Leiter aus Metall verbunden, der eventuell auftretende Fehlerströme in das Erdreich ableitet. Bei neueren Gebäuden wird während des Baus eine sogenannte Erdschleife in den Boden eingebracht. Eine Alternative für ältere Bestandsbauten stellen Erdungsstangen dar, die auch problemlos nachträglich installiert werden können.
Im Gebäude selbst ist die Haupterdungsschiene untergebracht, an der die Erdschleife beziehungsweise Erdungsstangen sowie alle im Haus eingebauten elektrischen Geräte, Rohrleitungen für Wasser, Heizung, Gas sowie Badewanne und Abfluss angeschlossen werden. Nach Abschluss der Installationsarbeiten ist grundsätzlich eine Messung des Erdungswiderstandes mit einem digitalen Erdungsmessgerät erforderlich, um zu prüfen, ob die Schutzfunktion der Erdung gewährleistet ist.


Messmethoden bei Erdungsmessgeräten

Erdungsmessgeräte können in zwei Varianten unterteilt werden: Zum einen gibt es Messgeräte, die mit Erdsonden arbeiten. In diesem Fall werden Erdspiesse in bestimmten Abständen zur eigentlichen Erdung in den Boden gesteckt. Anschliessend kann der Stromfluss in Richtung Erde durch eine vergleichende Messung ermittelt werden. Zum anderen gibt es die spiesslose Messung, für die ein Zangen-Messgerät erforderlich ist. Die Stromzange erzeugt einen Stromfluss im Leiter, der über die Erde abgeleitet und gemessen wird. Dieser Vorgang ist mithilfe eines Zangen-Erdungsmessgerätes kontaktlos erfassbar.


Typische Werte beim Erdungswiderstand

Grundsätzlich ist ein möglichst niedriger Erdungswiderstand wünschenswert. Es gibt allerdings keine verbindlichen Grenzwerte und Normen, wie hoch der Widerstand letztlich sein darf. Ausschlaggebend für die Höhe des Erdungswiderstandes ist die Beschaffenheit des Bodens. Ein paar Werte zur Verdeutlichung: Feuchter Boden wie beispielsweise Morast oder Sumpf weist einen spezifischen Erdwiderstand von etwa 30 Ωm auf. Bei einem Staberder, der in einer Tiefe von 3 Metern sitzt, ergibt sich ein Erdungswiderstand von 10 Ω. Bei einer Erdungsschleife mit einer Länge von 10 Metern beträgt der Erdungswiderstand dagegen 6 Ω. Sandiger Lehmboden weist einen spezifischen Erdwiderstand von 150 Ωm auf. Daraus ergibt sich mit einem Staberder in 3 Meter Tiefe ein Erdungswiderstand von 50 Ω und mit einer 10 Meter langen Erdschleife ein Widerstand von 30 Ω. Der spezifische Erdwiderstand von Beton beträgt 400 Ωm. Ein Einsatz von Staberdern ist in diesem Fall nicht möglich, bei einem 10 Meter langen Erdungsband kann mit einem digitalen Messgerät ein Erdungswiderstand von etwa 80 Ω gemessen werden. Mit 30.000 Ωm besitzt steiniger Boden einen besonders hohen Widerstand. Der Erdungswiderstand liegt bei einem Staberder in 3 Metern Tiefe bei 1.000 Ω und bei einer 10 Meter langen Erdungsschleife immer noch bei 600 Ω. Felsgestein eignet sich aufgrund des enorm hohen spezifischen Erdwiderstands von 107 Ωm grundsätzlich nicht für die Einbringung von Staberdern oder Erdungsschleifen


Was muss ich beim Kauf eines Erdungsmessgerätes beachten?

Beim Kauf eines Erdungsmessers stellt sich zunächst die Frage, ob Sie die Messungen mit Erdspiessen oder einem Zangen-Messgerät durchführen möchten.
Achten Sie auf eine gut ablesbare LC-Anzeige, damit Sie die Messwerte auch bei nicht optimalen Bedingungen gut erkennen können.
Hinsichtlich der Kalibrierung der Erdungsmesser haben Sie die Wahl zwischen Geräten, die nach ISO, DAkkS oder nach Werksstandard zertifiziert sind. Einige Auftraggeber schreiben für Messungen eine spezielle Zertifizierung vor, vergewissern Sie sich daher vor dem Kauf, dass das Gerät entsprechend kalibriert ist.

Die meisten Erdungsmesser benötigen für den Betrieb Batterien oder NiMH-Akkus. Speziell wenn mit dem Prüfgerät sehr viele Messungen über den Arbeitstag verteilt erfolgen, ist eine möglichst lange Laufzeit nötig.
Bei der Nutzung auf Baustellen sollten Sie auf ein möglichst robustes und stossfestes Gehäuse achten.
Einige Erdungsprüfgeräte sind mit einem USB-Anschluss ausgestattet und können via USB-Kabel mit einem Computer verbunden werden. Die Ergebnisse Ihrer Messungen lassen sich am PC komfortabel weiterverarbeiten. Alternativ erhalten Sie Erdungsmesser mit RS232- oder Infrarot-Schnittstellen. Die neuesten Modelle verfügen sogar über ein eingebautes Bluetooth-Modul, damit ist eine drahtlose Verbindung zwischen Prüfgerät und Smartphone oder Tablet möglich.


Unser Praxistipp: Nur für das Erdungsmessgerät freigegebenes Zubehör verwenden!

Ein Erdungsmesser ist ein Präzisionsmessgerät, verwenden Sie daher ausschliesslich Messleitungen und Zubehörteile, die mit dem Gerät geliefert oder vom Hersteller explizit dafür freigeben wurden. Zubehör, das nicht exakt auf das Messgerät abgestimmt ist, kann zu fehlerhaften Messergebnissen führen.


FAQ – häufig gestellte Fragen zu Erdungsmessgeräten

Welche Erderformen gibt es?

Bei Gebäuden wird gewöhnlich ein Banderder verwendet. Dabei handelt es sich um ein Band aus Eisen, das in unterschiedlichen Längen in den Boden eingebracht werden kann. Ein Banderder lässt sich allerdings nicht bei älteren Gebäuden nachrüsten, hier nutzt man stattdessen aus Rohren oder Rundstählen bestehende Staberder. Weitere Erderformen sind Plattenerder aus Stahl- oder Kupferblech sowie Ringerder, die aus ringförmig gebogenem Stahl bestehen. Bei einem Strahlenerder sind mehrere Banderder strahlenförmig miteinander verbunden. Demgegenüber werden bei einem Maschenerder verschiedene Banderder in Form eines Maschennetzes verlegt und an den Enden miteinander verbunden.

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